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Psychische Auffälligkeiten

Pädagogen sehen täglich, wie es den Kindern/ Schülern/ Studenten geht, wenigstens optisch. Viele Pädagogen fühlen sich bei psychischen Auffälligkeiten unsicher. Was dürfen sie? Was können sie ansprechen? Wie fühlt sich eine 11-Jährige, die auf den Lehrer depressiv wirkt? Was kann sie hören und denken? Welche Brücken können gebaut werden, damit sie redet und nicht ritzt? Was sollte vermieden werden?

“Achsam lernen” stellt häufige kinder- und jugendpsychiatrische Krankheitsbilder und Symptome, zum Beispiel Hinweise auf Lebensmüdigkeit und Suizidalität, neben weit verbreitete seelische Erkrankungen des Kindes- und Jugendalters wie Schulvermeidung übersichtlich da.

Daneben wird aber der Krankheitsbegriff wird systemisch relativiert. Pädagogen sind Erfahrungsexperten für das Seelen-leben der Kinder und bleiben es, auch wenn Lernende sich psychisch auffällig verhalten. Medizinische Diagnosen und eventuell Therapien können nur einen Teil der Probleme verbessern. Bildungsangebote bleiben zentral, erden als Normalität, als Orientierung an Ressourcen, durch soziales Miteinander, Routinen.

Psychische Auffälligkeiten mit Krankheitsdiagnose

Krankheitsdiagnosen sollten nicht zu Berührungsängsten und Übervorsicht in der Umgebung führen. Bei schwierigen Entwicklungsverläufen von Lernenden sollte das medizinisch-therapeutische Helfer-system rechtzeitig involviert werden. Gemeinsam sollten Pädagogen dann mit den Kindern, ihren Familien und den Therapeuten Konsequenzen für die Bildungssituation des Lernenden klar benennen. Die Konzentration auf die Stärken der Kinder steht auch in schwierigen Zeiten im Zentrum.

Häufig werden mit einer Krankheitsdiagnose jedoch überhöhte Hoffnungen an das professionelle Helfersystems verbunden. In der Regel ist für Kinder und Jugendliche mit schwierigen Entwicklungsverläufen und psychischen Auffälligkeiten die gute Kooperation der Eltern mit den professionellen Pädagogen und den psycho-sozialen Hilfesystem die effektivste Strategie. Alle beteiligten Systeme – Bildung, psycho-soziales Helfersystem und Jugendhilfe – sollten im Interesse der Kinder und Familien deutlich besser kooperieren.