Persönlichkeitsentwicklung Lernender fördern

Negative Gegenseitigkeit führt zu erhöhter Prüfungsangst, mangelnder Leistungsbereitschaft und Disziplin sowie geringer Selbstachtung. Refraiming des Denkens sind ein erster Ansatz: Schüler haben eine positivere Einstellung zum Lernen und mehr Spaß an der Schule, mehr Interesse, mehr Eigeninitiative und weniger Lernschwächen, Suchtprobleme und aggressives Verhalten.

Kaum ein Schüler ist derart autark, dass ihm die Atmosphäre der Schule egal wäre, dass seine Lernleistung davon nicht beeinträchtigt würde. Und selbst solche – wenig störbaren – Schüler profitieren von einer positiven Gegenseitigkeit.

Achstamkeit bereits bei Schülern

Zur Selbstfürsorge gehört, Achtsamkeit nicht als nächste Leistungserwartung in den Alltag zu pressen, schwierige Phasen nicht wertend zur Kenntnis zu nehmen und mit einer kurzen Dauer der Übungen zu beginnen.

Für den Beginn der Achtsamkeits-Arbeit mit Schülern eignet sich die fünfte Klasse besonders (Kaltwasser, 2010, 146). Einzelne Übungen sind bereits ab dem Kindergartenalter möglich und sinnvoll. Die Familien sollten vorab involviert werden und die Teilnahme freiwillig sein. Erfolg tritt am ehesten ein, wenn die anleitenden Lehrkräfte selbst über eine Achtsamkeitspraxis verfügen und sich deshalb sicher im Umgang damit fühlen.

youtube-Clip des Autors vom Symposium „Kinderstimme“ (Kroll/ Achtsamkeit)

Erlernen von Gelassenheit ein zentraler Bildungsaspekt

Empirische Studien zeigen, dass mit qualifiziert ausgebildeten und praktizierten Trainings Achtsamkeit steigt, die psychische Beanspruchung sinkt, seltener psychosomatische Beschwerden oder chronischer Stress auftreten, die Beziehungen zu Schülern sich verbessern und das Repertoire zum Umgang mit Störungen sich vergrößert. Eine Studie in den USA und Kanada in den Jahren 2009/10 (Roeser et al.) konnte belegen, dass ein Kurs mit 8 × 4 Stunden sowie täglich 15 Minuten Übungen zu Hause die selbst gemessene Achtsamkeit, Fokussierung von Aufmerksamkeit und Selbstfürsorge verbessert und den beruflichen Stress sowie Symptome von Depression, Angst, Burnout reduzierte.