Hamburger Bildungssystem erfolgreich – mit Elementen der „neuen Autorität“ und Ähnlichkeiten zu Hatties Ergebnissen

Mit dem Modell der „selbstverantworteten Schule“ folgt Hamburg seit 2006 den internationalen Erkenntnissen, dass die Qualität der Schulen sich verbessern kann, wenn vor Ort möglichst große Entscheidungsspielräume gegeben werden.
Dies wird in Hamburg mit erheblichem Aufwand von der 2. bis zur 9. Klasse durch „Kompetenz ermitteln“, sogenannte Kermit-Tests, begleitet. Die Wissenschaftler stehen in der Pflicht, ihre Ergebnisse mit den Schulen zu bearbeiten. Die Untersuchungen von John Hattie haben nachgewiesen, dass eine hohe Frequenz von Überprüfungen den Lernprogress effektiver gestalten.
Zum Hamburger Prinzip der „freundlichen Belagerung“, das dem Konzept der pädagogischen Präsenz der sogenannten „Neuen Autorität“ ähnelt, gehört unter anderen die regelmäßige Teilnahme des Schulsenators, als ehemaligem Lehrer, am Unterricht. Diese Öffnung der Klassenräume und der Horizonte der Lehrkräfte wirkt besonders effektiv. Einige Schwierigkeiten im Bildungswesen werden mit dem – häufig beratungsresistenten – Einzelkämpfertum begründet. Wenn nicht gewartet wird, bis der letzte selbst überzeugt ist, sondern die Inter- und Supervision, das Teamworking vorgegeben wird, werden Verbesserungen zügiger möglich.
(FAZ online „Aus dem Scheitern gelernt“, 11.08.18; SZ „Der kühle Blick“ 22.07.18; neueautoritaet.de, s. Haim Omer bei youtube).